Ohne Social Media geht heute nichts mehr. Es gibt kaum einen Bereich des heutigen Lebens, in dem keine digitalen Medien genutzt werden. Das hat allerdings auch Nachteile. Die Nutzung Sozialer Netzwerke hat neben den offensichtlichen privaten Vorteilen auch individual und gemeinschaftswirtschaftliche Vorteile. Kommunikationsbeschleunigung, Bereitstellen von Informationen und Inhalten, Organisationshilfe und Handeelsplattform.

Ohne Social Media geht heute nichts mehr. Es gibt kaum einen Bereich des heutigen Lebens, in dem keine digitalen Medien genutzt werden. Das hat allerdings auch Nachteile. Die Nutzung Sozialer Netzwerke hat neben den offensichtlichen privaten Vorteilen auch individual und gemeinschaftswirtschaftliche Vorteile. Kommunikationsbeschleunigung, Bereitstellen von Informationen und Inhalten, Organisationshilfe und Handeelsplattform. Doch, wie gesagt, zeigen sich auch Nachteile, da wären die offensichtlichen, das Verbreiten von Falschinformationen durch die Eigendynamik der Netzwerke und ein immer rauher werdender, unfreundlicher, teilweise in Beleidigung und Hassrede ausartender Umgangston sind die sichtbarsten Probleme. Neben diesen stehen aber auch Datenverluste, Ausspähung und Missbrauch mit Daten; Betrugsdelikte und andere Rechtsverstöße im Raum, gegen die nur in begrenztem Umfang vorgegangen wird.

Betrachten wir diese Problemfälle einmal genauer und beginnen wir mit dem offensichtlichsten und sichtbarsten Problem, den Fake News.

Als Fake News bezeichnet man in den Medien und im Internet, besonders in den Social Media in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen. Diese können, müssen aber nicht, absichtlich in Umlauf gebracht worden sein. Solche Falschmeldungen können genutzt werden, um manipulativ Stimmungen zu verbreiten, aber auch, um mittels der “Sensationsmeldung” viele Aufrufe und damit Werbeeinnahmen zu generieren. Fake News können aber auch gezielt zur Reputationsschädigung genutzt werden.

Neben diesen offensichtlichen Problemfeldern gibt es aber auch Probleme, die der Benutzer oft nicht auf den ersten Blick erkennt.

Die oft virale Verbreitung von Fake News basiert auf verschiedenen psychologischen Mechanismen, so werden Meldungen, die die eigene Meinung bestätigen eher geglaubt, als abweichende Informationen und Informationen, die durch ständige Wiederholung im Gedächtnis verankert werden, werden irgendwann auch zur Verifizierung neuer Informationen verwendet. Fake News können auch handfeste wirtschaftliche Auswirkungen haben, zum Beispiel, wenn Gerüchte Aktienkurse beeinträchtigen oder sich auf das Konsumverhalten auswirken.

Das zweite, sofort und für jeden sichtbare Problem in Sozialen Netzwerken ist der dort gepflegte Umgangston. Dieser ist von Höflichkeit und Respekt oft weit entfernt und artet zuweilen in Beleidigungen, Üble Nachrede und Hassrede aus. Bekanntermaßen ist die Hemmschwelle für schlechtes Benehmen niedriger, wenn man den Betreffenden nicht leibhaftig gegenübersteht und der Umgebungston färbt vielfach ab. Allerdings hat auch dieses unschöne Phänomen Folgen. Teilweise ist eine Diskussion, die ja der eigentliche Zweck solcher Netzwerke war, dadurch gar nicht mehr möglich. Letztenendes wirken sich die Gepflogenheiten online auch auf das Verhalten in der “richtigen Welt” aus. Und letztenendes haben auch Beleidgungen und Üble Nachrede wirtschaftliche Auswirkungen. Dass Hassrede und Gewaltaufrufe tatsächlich zu Straftaten führen, kommt leider auch immer wieder vor.

Da wäre zunächst die Datenschutz- und Datensicherheitsproblematik. Die Netzwerkverwendung verleitet dazu, persönliche Daten in immer größerem Umfang preiszugeben. Aber nicht nur die offensichtlichen Daten, die der Benutzer selbst in sein Profil eingibt, sondern auch Daten, die sich aus seinem Online-Verhalten ergeben, Suchbegriffe, gelesene Artikel, besuchte Seiten, Einkaufsverhalten und ähnliches spielen eine Rolle. Inzwischen sollte klar sein: Daten sind das Rohöl des Internetzeitalters. Aus den Daten der Benutzer lassen sich Statistiken, Marktanalysen und Profile erstellen, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Werbung nicht nur auf eine konkrete Zielgruppe anzupassen, sondern sie auch dieser Zielgruppe gezielt und konkret zukommen zu lassen.

Mit den Daten lassen sich Strategien für kommerzielle Marketingkampagnen ebenso erstellen, wie politische Wahlkämpfe. In Verbindung mit gezielter Platzierung von Informationen (und das müssen keine Fake News sein, es reicht, Fakten entsprechend zu postieren) lassen sich ganze Bevölkerungsgruppen lenken. Daraus wird ersichtlich, wie wertvoll Daten für die Wirtschaft sind und genau das haben die Betreiber der Social Media Plattformen erkannt.

Es heisst ja bekanntlich, der Kunde sei König. Dabei stellt sich aber die Frage, wer ist denn nur der Kunde der Sozialen Netzwerke?

Aus Sicht der Betreiber sind das zumeist die Unternehgmen und Agenturen, die die abgegriffenen Daten kaufen, während die Benutzer zum Melkvieh degradiert werden und das oft nicht einmal merken. Das erklärt auch, warum sich das Interesse der Betreiber, die offensichtlichen Problematiken Fake News und Beleidigungen in den Griff zu bekommen, in sehr überschaubaren Grenzen hält.

Zwar gibt es gegen all diese Problemfelder gesetzliche Reglungen, aber die offenbaren nur das letzte der vier Probleme, die ich hier ansprechen will: nämlich, dass sich Betreiber von Netzwerkplattformen dadurch, dass sich Geschäftssitze irgendwo auf der Welt befinden können und die eigentliche Dienstleistung im Netz oft keinem realen Standort zugeordnet werden kann, gezielt der juristischen Verantwortung entziehen können. Auch wenn ich hier nur die großen Probleme angesprochen habe, sollte man aber nicht vergessen, dass Soziale Netzwerke eine Bereicherung sein können und viele Vorteile bieten.